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Sankt Martin

  • 11. Nov. 2019
  • 2 Min. Lesezeit

Ich denke, jeder kennt die Geschichte vom Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem armen Bettler geteilt hat. Und heute - am 11. November - wird diesem Heiligen gedacht, was natürlich auch bei uns in Bayern mit verschiedenen Bräuchen verbunden ist.

Als kleines Kind habe dieses Fest geliebt. Für Kinder ist der Brauch des Sankt-Martins-Umzugs auch eine Schau. Dabei handelt es sich um einen Laternenumzug. Bei uns im Ort lief das immer in etwa so ab: Wenn es gegen 17:00 Uhr dunkel wurde traf man sich bei einer unserer Kirchen (die evangelische Friedenskirche oder die katholischen Frauenbergkirche). Von diesen Orten aus gab es dann jeweils einen Umzug zur Rohrbergkirche, in der dann ein Gottesdienst mit Martinsspiel war.

Es war schon immer fantastisch, mit seiner Laterne in der Dunkelheit zu gehen und Martinslieder zu singen. Dazu musste man aber auch noch aufpassen, dass einem nicht die Laterne abbrannte. Wir haben nämlich noch echte Kerzen verwendet! Heute kauft man sich ja so einen Laternenstiel aus Plastik, an dem eine kleine Leuchte in die Laterne reinhängt...

Leider haben sich auch die Laternen verändert. In meiner Kindheit hat man im Kindergarten selber eine gebastelt. Meistens mit Mond und Sternen etc. Oder man kaufte eine Papierlaterne mit derartigen Motiven. Aber was musste ich am Wochenende beim Globus sehen? Es gibt mittlerweile schon Flamingo-Laternen! Das geht doch gar nicht! Ich mag auch Flamingos, aber das hat doch nichts mehr mit dem Martinstag zu tun!

Nun aber zurück zum Umzug in meiner Kindheit: Das Ende des Gottesdienstes wurde immer sehnsüchtig erwartet: Da gab es nämlich für jedes Kind ein "Martinsmännchen" aus Hefeteig. Das Gebäck selber war mir eigentlich gar nicht so wichtig. Am liebsten mochte ich die Rosinen, die die Augen und Knöpfe darstellten. Und vor allem: die Tonpfeife! Die habe ich als Kind dann immer "geraucht".

Heute lachen wir noch immer über eine kleine Geschichte von früher: In einem Jahr gab es auch wieder ein Martinsmann nach dem Gottesdienst - aber ohne Tonpfeife! Das war vielleicht tragisch! Meine Oma ist am nächsten Tag zu einem Bäcker und hat mir einen mit Tonpfeife gekauft. O:)

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